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Kennt ihr das auch. Am Anfang eines jeden Semesters macht man sich einen genauen Plan, was man aller erledigt haben will und welche Scheine man unbedingt machen muss. Und wenn man dann am Ende des Semesters als Revue passieren lässt, dann merkt, man dass man doch wieder nur die Hälfte von dem geschafft hat, was man sich eigentlich vorgenommen hatte. Nun ja – ich hoffe, dass es mir dieses Semester nicht so gehen wird, denn langsam werde ich mich mal auf meine Abschlussarbeit vorbereiten müssen – ich will ja nicht eine ewige Studentin bleiben und auch irgendwann einmal fertig werden mit meinem Studium!

 

Ach – die Zeit mit meiner Schwester hier in Zürich war herrlich. Die Wundern von dem kleinen Unfalls waren schnell gegessen und sie wird auch zum Glück keine Narben davon tragen. Ich war sehr traurig, als ich mich von meiner Schwester verbschieden musste, doch wir haben uns ganz fest vorgenommen, dass ich sie so schnell wie möglich in Mannheim besuchen werde. Doch noch muss ich erst einmal meine Hausarbeit fertig schreiben. Das wollte ich zwar schon erledigt haben, bevor meine Schwerster mich besucht, aber ihr wisst ja wie das ist. Naja, ich habe ja noch eine Woche Zeit. Leider beginnt ab Montag schon wieder das neue Semester und das heißt erstmalwieder lernen, lernen, lernen…

 

 

Ihr könnt euch nicht vorstellen, was diese Nacht passiert ist. Ich beginne die Geschichte von vorne: Meine Schwester hat in meinem Zimmer auf meinem Schlafsofa übernachtet. Neben dem Schlafsofa steht ein Prospektständer, besser gesagt, dort stand ein Prospektständer, denn der Prospektständer ist meiner Schwester heute Nacht auf den Kopf gefallen. Ich weiß auch nicht, wieso und wie das passiert ist. Wahrscheinlich habe ich den Prospektständer zu sehr beladen… Jedenfalls musste ich Steffi mitten in der Nacht ins Krankenhaus fahren, weil sie sich durch den Prospektständer eine Platzwunde am Kopf zugezogen hat. Und die musste dann natürlich schnell genäht werden. Scheiß Prospektständer. Aber ich bin daran auch Schuld, hätte ich den Prospektständer nicht so überladen, wäre es nicht passiert. Man glaubt ja nicht, was  im Haushalt so alles passieren kann! Aber das hört man ja immer wieder: Im Haushalt passieren eben die meisten Unfälle. Aber das ausgerechnet ein Prospektständer der Auslöser war. Erstaunlich! Meiner Schwester geht es jetzt auf jeden Fall wieder gut und wir genießen das Wetter, die Sonne und Zürich. Von Tag zu Tag liebe ich diese Stadt ein bisschen mehr. Außerdem planen wir gerade schon das nächste Familientreffen. Ich denke, ich besuche sie das nächste Mal in Mannheim.

 

 

Wir sind nach Hause in meine WG am Stadtrand von Zürich gefahren und haben uns erstmal eine heiße Schokolade gemacht. Und einen großen Topf Nudeln mit Tomatensoße. Das liebt Steffi über alles. Ich glaub für Nudeln würde sie echt alles tun. Das Problem war nur, dass sie ihre einzige weiße Bluse, die sie mitgebracht hatte, direkt mit Tomatensoße bekleckert hat. Aber gut. Direkt in die Waschmaschine gestopft und fertig. Sie hat sich noch Stunden danach darüber geärgert. So ist Steffi halt auch. Langsam fangen wir schon an, unseren ersten gemeinsamen Abend hier zu planen. Ich glaub, wir gehen ins Kino.

 

Ankunft

10:29

Ich kann es kaum erwarten. In einer Stunde hole ich sie vom Zug ab. An welchem Gleis kommt sie nochmal an? Ich muss nochmal nachschauen. Ich sitz hier im Bahnhofscafe mit meinem Laptop und einer Tasse Kaffee. So kann ich mir am besten die Zeit vertreiben … Ach krass, zwei Tische neben mir sitzt Charlotta. Die hab ich ja ewig nicht mehr gesehen. Mein Gott, was hat sie nur mit ihren Haaren gemacht? Das sieht ja fürchterlich aus. Sind die nicht ein bisschen zu blond geworden? Oh man, das steht ihr gar nicht. Es sieht im Zusammenhang mit ihrer Kleidung einfach zu billig aus… Ich hol mir noch einen Latte. Und nach einer Zeit noch einen kleinen Orangensaft. Ach krass. Es ist ja schon zwölf vor und meine Schwester kommt in 5 min. Ich pack mein Zeug zusammen und lauf zum Gleis 5. Da steht sie. Ich freu mich so!

 

Meine Schwester kommt mich nach sehr langer Zeit mal wieder in Zürich besuchen. Hier studiere ich Mathematik, und bin von Zeit zu Zeit ein bisschen einsam, weil ich so weit weg von meiner Familie wohne. Umso wichtiger ist es mir, dass mich meine Schwester jetzt endlich hier besucht. Ich freu mich so auf sie! Klar, ich hab auch viele Freunde und Bekannte hier, aber Familie ist doch immer noch etwas anderes. Es fühlt sich irgendwie näher an. Meine Schwester ist ein lustiges Kerlchen. Sie ist ein paar Jahre jünger als ich und viel hübscher. Sie hat Sommersprossen und blondes Haar. Ich hab dunkles und wäre so viel lieber blond. Weil sie so hübsch ist, bekommt sie auch immer alle Typen ab, aber ich gönns ihr, sie ist schließlich meine Schwester. Sie möchte mich in zwei Wochen besuchen kommen. Steffi hat Semesterferien und dementsprechend viel Zeit. Aber die hab ich auch.

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